
Marokkanische Sicherheitskräfte haben am Samstag mehr als 100 Migranten gestoppt, die versucht hatten, in das spanische Hoheitsgebiet Ceuta zu gelangen, und 111 Personen nahe der Grenzstadt Fnideq etwa 3 Kilometer vom Übergang entfernt festgenommen. Die meisten stammten laut marokkanischen Sicherheitsquellen aus Ländern südlich der Sahara.
Beamte in Schutzausrüstung setzten Tränengas gegen Gruppen ein, die sich auf Hügeln nahe der Grenze versammelt hatten. Marokko stationierte zusätzlich Armeeeinheiten, Marinepatrouillenschnellboote und Drohnen an der Küste, während Spanien mehr als 1.500 Sicherheitskräfte einsetzte. Die Sicherheitslage am Wellenbrecher war zehnmal stärker als am Vortag.
Der Einsatz folgt gut zwei Wochen nach einem außerordentlichen Ereignis Ende Juli, als rund 78.000 Migranten innerhalb weniger Stunden auf dem Seeweg nach Ceuta gelangten. Etwa 100 Menschen kamen dabei ums Leben. Beide Regierungen sicherten anschließend die Grenze stärker ab; Marokko erklärte, es werde Organisatoren einer erneuten Masseneinreise strafrechtlich verfolgen.
Die Krise im Juli löste einen diplomatischen Streit in der Europäischen Union aus. Italien setzte mit Rükendeckung Finnlands und Dänemarks vorübergehend das Schengener Abkommen mit Spanien aus; Tschechien forderte eine temporäre Aussetzung der spanischen Schengen-Mitgliedschaft. Madrid wies darauf hin, dass Ceuta kein Teil des Schengen-Raums ist.
Wir verwenden Cookies, um Ihre Erfahrung zu verbessern. Datenschutzrichtlinie