Nordkorea hat im Kernkomplex Yongbyon eine zweite Urananreicherungsanlage errichtet und am Standort Kangson nahe Pjöngjang eine erweiterte Anlage in Betrieb genommen. Das geht aus einem IAEO-Bericht vom 28. August hervor.
Das neue zweistöckige Gebäude in Yongbyon kann bis zu 28 Zentrifugenkaskaden beherbergen — so das Ergebnis der IAEO-Analyse von Satellitenbildern und offiziellen Fotos nordkoreanischer Staatsmedien, die anlässlich Kim Jong Uns Besuch im Juni aufgenommen wurden. Die Fotos zeigen Zentrifugenkaskaden in beiden Stockwerken.
Internationale Inspektoren haben seit 2009 keinen Zugang zu Nordkorea. Die IAEO überwacht Nordkoreas Nuklearaktivitäten daher mithilfe kommerzieller Satellitenbilder und öffentlich zugänglicher Quellen.
IAEO-Generaldirektor Rafael Grossi warnte in seiner Ansprache am 7. September vor dem Gouverneursrat: Der Betrieb der Anlagen in Kangson und Yongbyon sowie die Berichte über die wachsende Produktion waffenfähigen Spaltmaterials geben Anlass zu ernsthafter Besorgnis. Diese Entwicklungen verstießen gegen UN-Sicherheitsratsresolutionen.
Nordkoreas beschleunigter Rüstungsausbau findet vor dem Hintergrund enger werdender Beziehungen zu Russland statt. Seit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine liefert Moskau Pjöngjang direkte Unterstützung für sein Raketen- und Atomprogramm — im Gegenzug für Millionen Artilleriegranaten, Raketen und Soldaten für den Einsatz in der Ukraine. Im Juni 2024 unterzeichneten beide Länder einen Vertrag über umfassende strategische Partnerschaft.
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