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Power Dressing: Wie Meloni, Merkel und Selenskyj Mode als politisches Instrument nutzen

📅 Aug 25, 2026⏱ 2 Min. Lesezeit💬 0 Kommentare

Giorgia Meloni, Italiens erste Ministerpräsidentin, trägt häufig weit geschnittene Hosen und Pastellblazer, die über ihre High Heels fallen. Ihre Garderobe wird akribisch beobachtet — nicht nur weil Italien als Modeland schlechthin gilt, sondern weil Kleidungswahl und politischer Wandel bei ihr Hand in Hand gehen. "Mode ist eine Sprache — sie vermittelt uns ohne Worte, was ihre Trägerin ausdrücken möchte", erklärt Michela Bonafoni, die Modedesign am Unicollege in Florenz unterrichtet.

Von Powersuits zu Pastellfarben: Melonis Imagewandel

Als Meloni 2022 ihr Amt antrat, erschien sie oft in dunklen, streng geschnittenen Anzügen mit massiven Stiefeln — ein Look, der ihre Rolle als kämpferische Außenseiterin und Chefin der postfaschistischen Fratelli d'Italia unterstrich. Das Konzept des Power Dressings entstand in den 1970er-Jahren und gewann in den 1980ern an Bedeutung, als Frauen verstärkt in Führungspositionen drängten. Giorgio Armani prägte diese Ästhetik mit fließenderen, weicheren Schnitten.

Seitdem Meloni sich politisch gefestigt hat, wechselte sie zu helleren Tönen — Creme, Beige und Rosa. Bonafoni sieht das als bewusste Entscheidung: Als Meloni bemerkte, dass viele Italiener mit ihrer Regierungspolitik nicht einverstanden waren, wählte sie Pastellfarben, die Freundlichkeit signalisieren. Kein Luxuslabel, auch Armani nicht, kleidet sie öffentlich ein, doch setzt sie bewusst auf "Made in Italy"-Designer als Ausdruck ihres Nationalismus.

Merkels Uniform und Thatchers Rüstung

Angela Merkel entwickelte eine der bekanntesten Politikergarderoben der Moderne: Ihre Drei-Knopf-Blazer in ungewöhnlich breiter Farbpalette wurden zu einer Art Uniform. Die Beständigkeit war selbst eine Botschaft: Beobachter konzentrierten sich auf Merkel die Politikerin, nicht auf Merkel die Modikone. Margaret Thatcher nutzte maßgeschneiderte Kostüme, Perlen und Handtaschen als das, was Bonafoni eine "Rüstung" nennt — ein akribisch inszeniertes Bild weiblicher Autorität.

Selenskyjs Oliv: Kriegerisches Branding

Wolodymyr Selenskyj präsentiert einen Kontrastfall: Seit der russischen Invasion trägt er ausschließlich olivgrüne Militärkleidung, was seine Botschaft der Solidarität mit Ukraines Soldaten verstärkt und signalisiert, dass das Land in einem existenziellen Kampf steht.

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