SpaceX' Satelliten-Internetdienst Starlink hat in Vietnam offiziell den Betrieb aufgenommen — in einem der weltweit am stärksten staatlich kontrollierten Online-Umfelder. Der Dienst nimmt seit diesem Monat Bestellungen von vietnamesischen Kunden an; Privatkundentarife beginnen bei rund 37 Euro im Monat.
Die vietnamesische Regierung genehmigte im März 2025 ein Pilotprojekt für Starlink und befreite SpaceX von den üblichen Beschränkungen für ausländisches Eigentum. Das Testprogramm ist auf 600.000 Abonnenten begrenzt und läuft bis Ende 2030. Betrieben wird der Dienst über Starlink Services Vietnam, eine lokale SpaceX-Tochter, die im September letzten Jahres gegründet wurde.
Trotz des neuen Zugangs gelten Vietnams strenge Internetregeln weiterhin. Das Land gehört zu den restriktivsten der Welt in Bezug auf Online-Inhalte. Starlink-Verbindungen verringern die Abhängigkeit von lokalen Kabeln und Masten, doch die zugänglichen Inhalte bleiben staatlich geregelt.
Vietnam verfügt bereits über eine der am stärksten ausgebauten Internetinfrastrukturen Südostasiens: rund 85,6 Millionen Nutzer (84 Prozent der Bevölkerung), 85 Prozent der Haushalte mit Glasfaseranschluss und 5G-Abdeckung für 92 Prozent der Bevölkerung. Starlinks eigentlicher Vorteil liegt in abgelegenen Bergregionen und Inselgemeinschaften. Doch der Preis — 37 Euro monatlich und rund 284 Euro für die Hardware — übersteigt das durchschnittliche Monatseinkommen ländlicher Haushalte von 259 Euro.
Vietnams Entscheidung, Starlink zuzulassen, war auch handelspolitisch motiviert: Das Land hat einen großen Handelsüberschuss mit den USA. Die Genehmigung des Dienstes wurde als Geste zur Entspannung der Handelsspannungen mit Washington gewertet.
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