Grossbritannien droht eine Lebensmittelversorgungskrise: Eine beispiellose Sommerdurre verwustet weiterhin die landwirtschaftliche Produktion warnte der Nationale Bauernverband (NFU) am Sonntag. NFU-Praesident Tom Bradshaw erklaerte die Lage sei kritisch. Weizen- und Haferertraege seien sehr schlecht und Viehhalter seien gezwungen ihre Winterfuttervorraete anzugreifen weil die Durre das Graswachstum verhindere.
Die Durre wurde offiziell fuer grosse Teile Englands und ganz Wales ausgerufen. Mehr als 20 Millionen Menschen unterliegen derzeit Gartenschlauchverboten die von Wasserversorgern verhaengt wurden. Amber-Hitzewarnungen gelten weiterhin fuer mehrere Regionen Englands darunter die Midlands sowie den Sued-Osten und Sued-Westen bis Mittwoch.
Das Ausmass der diesjaehrigen Durre verdeutlichen die Niederschlagsdaten: In England fielen bis zum 30. Juli lediglich 5,6 Millimeter Regen -- nur 8 Prozent des langjaehrigen Juli-Durchschnitts und weniger als die Haelfte des bisherigen Rekordtiefs von 13,4 mm aus dem Jahr 1911. Wales verzeichnete 7,9 mm ebenfalls nur 8 Prozent des Monatsdurchschnitts.
Gemueseproduzenten verfuegen kaum noch ueber Bewaesserungswasser was sowohl die erzeugte Menge reduziert als auch die Produktionskosten erhoeht. Wir muessen anerkennen dass Wasserversorgungssicherheit ein wesentlicher Bestandteil unserer Lebensmittelsicherheit ist und Lebensmittelsicherheit unsere nationale Sicherheit darstellt sagte er in einem BBC-Interview.
Der NFU-Praesident appellierte direkt an Premierminister Andy Burnham die Investitionen in den Reservoirausbau zu erhoehen. Er argumentierte dass enorme Mengen an Winterregen die gesammelt werden koennten stattdessen in die Nordsee abgeleitet werden. Ausserdem schlug er steuerliche Anreize fuer Landwirte vor die eigene Wasserspeichersysteme auf ihren Hoefen errichten.
Wir koennen nicht aendern was gerade passiert -- in unseren Fluessen ist kein Wasser. Aber wir muessen dies nutzen um fuer die Zukunft zu handeln sagte Bradshaw. Er warnte dass Selbstgefaelligkeit gegenueber der heimischen Nahrungsmittelproduktion gefaehrlich sei da auch die Exportlaender des Vereinigten Koenigreichs vom Klimawandel betroffen seien.
Wissenschaftler weisen darauf hin dass der Klimawandel die Wettermuster unberechenbarer macht und sowohl Haeufigkeit als auch Schwere langanhaltender Trockenperioden erhoeht. Die Kombination aus aufeinanderfolgenden Hitzewellen und ungewoehnlich geringen Niederschlaegen hat die Bodenfeuchte Vegetationsreserven und Flussstaende im ganzen Land rasch aufgezehrt.
Bradshaw schloss mit einem dringenden Appell: Wir haben unsere Lebensmittelversorgung viel zu lange als selbstverstaendlich angesehen. Es scheint dass es zu Engpaessen bei einigen Produkten kommen wird. Er forderte die Regierung auf die heimische landwirtschaftliche Produktion als Saeule der nationalen Wachstumsstrategie zu priorisieren.
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