Die Ukraine fuhrt nahezu taglich Drohnenangriffe auf Wildberries durch, Russlands grosste E-Commerce-Plattform. Experten bezeichnen dies als gezielte Kampagne des Wirtschaftskrieges, um die Kosten des Krieges in die russische Zivilgesellschaft zu tragen.
Rund 20 Wildberries-Logistikzentren wurden in den vergangenen Wochen intensiv angegriffen. Das Moskauer Beratungsunternehmen Data Insight schatzt, dass das Unternehmen Waren im Wert von rund 480 Milliarden Rubel (5,7 Mrd. Dollar / 4,9 Mrd. Euro) verloren hat sowie etwa ein Drittel seiner gesamten Lagerflache. Mindestens neun Wildberries-Mitarbeiter kamen ums Leben, viele weitere wurden verletzt.
Am Freitag traf die Ukraine ein Wildberries-Lager in Twer nordlich von Moskau. Am Tag zuvor war ein weiteres Lager in Salavat in Flammen aufgegangen.
"Ich glaube, die Ukraine geht gegen einen Engpass vor", sagte Fabrice Pothier, CEO von Rasmussen Global, gegenuber DW. "Wildberries ist gewissermassen ein Engpass der russischen Gesellschaft" — eine Plattform, auf die Millionen Russen fur tagliche Einkaufe angewiesen sind.
Wildberries kontrolliert rund die Halfte des russischen E-Commerce-Marktes. Nach Russlands Invasion und den Sanktionen zogen Plattformen wie Amazon aus Russland ab. Wildberries profitierte: Der Umsatz stieg von 2021 bis 2025 auf das Siebenfache. Putin raumte ein, dass die Drohnenkampagne Russlands Wirtschaft schadet.
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