In der Nacht auf den 13. September griffen Kampfdrohnen die Industriezone der Stadt Nischnekamsk in der russischen Republik Tatarstan an — mehr als 1.200 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt. Hier befinden sich einige der größten Ölraffinerien Russlands, die die Armee mit Treibstoff versorgen.
Anwohner berichteten, in der Nacht Drohnen über der Stadt gehört zu haben, gefolgt von Explosionen. Laut Telegram-Überwachungskanälen und dem unabhängigen russischen Medium ASTRA waren russische Luftabwehrsysteme in der Nähe aktiv. Lokale Behörden haben keine Angaben zu Schäden oder Opfern gemacht.
Die Industriezone von Nischnekamsk beherbergt drei strategisch bedeutsame Anlagen. TANECO, eine der fünf größten Raffinerien Russlands, verarbeitet jährlich über 16 Millionen Tonnen Rohöl und liefert Diesel, Kerosin und Benzin für die russischen Streitkräfte. Die benachbarte Raffinerie TAIF-NK verarbeitet über 7 Millionen Tonnen jährlich. Der dritte Komplex, Nischnekamskneftekhim, gehört zum Sibur-Konzern und zählt zu Europas größten Herstellern von Synthesekautschuk und Kunststoffen.
Dies ist nicht der erste Angriff auf diese strategisch wichtige Region. Im August 2026 bestätigte der ukrainische Generalstab einen erfolgreichen Angriff auf TANECO. Anfang Juli zeigten Aufnahmen eine ukrainische Drohne, die auf dem TAIF-NK-Gelände aufschlug. Am 10. September wurde die Stadt erneut attackiert. Die wiederholten Angriffe zeigen Ukraines wachsende Fähigkeit, tief in russisches Territorium vorzudringen und die Treibstoffversorgung der russischen Kriegsmaschinerie zu treffen.
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