Der frühere ukrainische Armeechef Walerij Saluschnyj hat eine Debatte über die strategische Zukunft seines Landes ausgelöst, indem er erklärte, die Ukraine werde der NATO realistisch gesehen niemals beitreten. Saluschnyj, der heute als ukrainischer Botschafter in Großbritannien tätig ist, machte diese Äußerungen in einer viel diskutierten Stellungnahme.
Als Hindernis für die NATO-Mitgliedschaft sieht er eine Unvereinbarkeit zwischen dem aktuellen Entwicklungsstand der ukrainischen Streitkräfte und den Allianzdoktrinen, die seiner Ansicht nach im Denken des Zweiten Weltkriegs verwurzelt sind. Er plädierte für alternative Formate der Sicherheitskooperation.
Pawlo Lakijtschuk vom ukrainischen Zentrum für Globale Studien bezeichnete die Aussage als kalte Dusche, die den Ukrainern jedoch nütze. Die NATO befinde sich seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion in einer Identitätskrise und habe Europas Verteidigungsfähigkeit geschwächt.
Lakijtschuk sieht ein tiefes psychologisches Problem: Die NATO fürchte sich heute vor Krieg. Das merke der Feind und nutze es aus — Abschreckung weiche der Erpressung. Genau das nütze Russland.
Die Aussage löste eine breite Diskussion über die euro-atlantische Ausrichtung der Ukraine aus. Alternativen könnten bilaterale Sicherheitsgarantien oder neue regionale Rahmen umfassen.
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