
Die Alternative für Deutschland (AfD) hat die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt mit rund 44 Prozent der Stimmen gewonnen — ein Rekordergebnis, das alle anderen Parteien weit hinter sich lässt. Trotz des klaren Vorsprungs verfählt die AfD die absolute Mehrheit für eine Alleinregierung, und die Frage nach möglichen Koalitionspartnern bleibt offen.
AfD-Spitzenkandidat und Wahlsieger Ulrich Siegmund, 35, kündigte am Wahlabend an, er werde ‚allen Kräften die Hand ausstrecken, die eine grundsätzliche politische Kehrtwende herbeiführen wollen‘. Gleichzeitig räumte er ein, derzeit keine Partei zu sehen, die für eine gemeinsame Regierung in Frage käme. Parteivorsitzende Alice Weidel kritisierte im ZDF die Brandmauerstrategie der CDU scharf: „Die CDU wird keine Wahl mehr gewinnen.“
CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann stellte klar: „Es wird keine Zusammenarbeit mit Linksextremen und Rechtsextremen geben.“ Die größte Unbekannte im Machtpoker ist das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW), das linke Wirtschaftspolitik und eine russlandfreundlichere Außenpolitik propagiert — für die AfD aus ideologischen Gründen kein besonders attraktiver Koalitionspartner.
Das AfD-Programm sieht radikale Verschärfungen in der Asyl- und Einwanderungspolitik vor: Massenabschiebungen illegaler Migranten, Arbeitspflicht für alle anderen Asylsuchenden und Maßnahmen, die Sachsen-Anhalt für Einwanderer unattraktiv machen sollen. Darüber hinaus plant die Partei einen umfassenden gesellschaftlichen Umbau: Kampf gegen den öffentlich-rechtlichen Rundfunk, Streichung von Fördermitteln für Demokratieprojekte und die Einrichtung einer Art Bürgerwehr gegen Migranten. Siegmund betonte: „Es wird mit mir keine Verbiegerei geben.“
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