
Die bolivianischen Behörden haben erneut einen Haftbefehl gegen den ehemaligen Präsidenten Evo Morales erlassen. Die Staatsanwaltschaft des Bezirks Santa Cruz ermittelt gegen ihn wegen bewaffneten Aufstands, Terrorismus und Angriffen auf die Verkehrssicherheit — im Zusammenhang mit den Straßenblockaden, die Bolivien im Mai und Juni 2026 erschütterten.
Anhänger des sozialistischen Ex-Präsidenten — Gewerkschafter, Bauern, Bergleute und indigene Gruppen — blockierten mehr als 50 Tage lang wichtige Straßen. Es entstanden Engpässe bei Lebensmitteln, Kraftstoff und Medikamenten. Mehrere Patienten sollen gestorben sein, weil sie nicht rechtzeitig in Krankenhäuser gelangen konnten. Die Proteste endeten erst im Juni, als Präsident Rodrigo Paz den landesweiten Ausnahmezustand für 90 Tage ausrief.
Das Strafverfahren wurde durch eine Anzeige des konservativen Bürger- und Wirtschaftsverbands „Comité pro Santa Cruz" ausgelöst. Generalstaatsanwalt Roger Mariaca bestätigte den Haftbefehl. Die Polizei wurde angewiesen, Morales festzunehmen und zur Antikorruptionseinheit zu bringen.
Der derzeit im Ausland lebende Ex-Präsident bezeichnete die Anschuldigungen als politisch motiviert. Morales regierte Bolivien von 2006 bis 2019 und ist unter Linken und indigenen Bevölkerungsgruppen weiterhin einflussreich.
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