
Die europäische Brandsaison 2026 stellt Rekorde auf: Bereits jetzt ist doppelt so viel Fläche verbrannt wie im Jahresdurchschnitt 2006–2025, und der Gesamtschaden wurde Anfang August auf 15 Milliarden Euro geschätzt. Eine neue Studie des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), erschienen in Global Change Biology, warnt: Steigt die globale Temperatur um rund 3,6°C über das vorindustrielle Niveau, könnten sich die Brandflächen verdreifachen.
Leitautor Maik Billing warnt, dass selbst bei erheblichem Klimaschutz bis Ende des Jahrhunderts etwa 39 Prozent mehr Fläche verbrennen könnten. Das Risiko ist im Mittelmeerraum sowie in weiten Teilen West- und Mitteleuropas am höchsten. Co-Autorin Kirsten Thonicke vom PIK betont, dass die Bedingungen ohne rasche Emissionsreduktionen an die Grenzen des Beherrschbaren stoßen könnten.
Nordrhein-Westfalen erlebt den vermutlich größten Waldbrand seiner Geschichte. Das Feuer im Hürtgenwald hat 300–400 Hektar zerstört oder beschädigt — mindestens so groß wie 420 Fußballfelder. Rund 1.500 Feuerwehrleute kämpften fast eine Woche in 12-Stunden-Schichten gegen die Flammen; explodierende Munition aus dem Zweiten Weltkrieg erschwerte die Löscharbeiten.
Die EU steuert zwischen 2021 und 2027 rund 2,1 Milliarden Euro zum Wald- und Brandmanagement bei. Die Weltbank berechnet, dass jeder in die Vorbeugung investierte Euro bis zu sieben Euro an Lösch- und Wiederaufbaukosten spart. Bei rascher Emissionsminderung und effektivem Brandmanagement könnten die Brandflächen laut Studie sogar um 90 Prozent reduziert werden.
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