
Mehr als die Hälfte der deutschen Bevölkerung sieht Russland als direkte Bedrohung für die Sicherheit Deutschlands. Das zeigt der neue ARD-Deutschlandtrend, für den das Meinungsforschungsinstitut infratest-dimap zwischen dem 31. August und dem 2. September 2026 repräsentativ 1.319 Wahlberechtigte befragte: 56 Prozent empfinden Russland als Gefahr.
Die Umfrage fällt in eine Phase gehäufter Angriffe auf kritische Infrastruktur in Deutschland. In den vergangenen Wochen wurde der Flughafen Leipzig mit einer Drohne attackiert, an Umspannwerken in Brandenburg und Nordrhein-Westfalen wurden Sprengkörper entdeckt, und in Bayern gab es einen Brandanschlag nahe Rüstungsunternehmen. Die Bundesregierung hat Russland ausdrücklich für den Drohnenangriff auf Leipzig verantwortlich gemacht.
Bundeskanzler Friedrich Merz beschrieb die Lage unmissverständlich: Deutschland befinde sich nicht im Krieg, aber auch nicht mehr im Frieden. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt warnte, Deutschland sei inzwischen tägliches Ziel hybrider Kriegsführung — Maßnahmen unterhalb der Schwelle eines offenen Militärangriffs, also Cyberangriffe, Spionage, Desinformation und Sabotage.
Knapp die Hälfte der Ostdeutschen fühlt sich kaum oder gar nicht von Russland bedroht. Zwei Drittel der AfD-Anhänger halten die russische Bedrohung für gering.
Die AfD käme auf 27 Prozent — ein Prozentpunkt weniger als im August —, bleibt aber stärkste Kraft. Die CDU/CSU erreicht 21 Prozent, deutlich weniger als die 28,5 Prozent bei der Bundestagswahl im Februar 2025. Die Grünen liegen bei 15 Prozent. In Sachsen-Anhalt, wo am 6. September ein neuer Landtag gewählt wird, führt die AfD die Umfragen klar an.
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