Deutschland entzieht syrischen Staatsangehörigen deutlich häufiger den Schutzstatus: Die Rate stieg von 3,7 % im Jahr 2025 auf 23,2 % im ersten Halbjahr 2026. Die Zahlen stammen aus einer Regierungsantwort auf eine parlamentarische Anfrage der Linkspartei und spiegeln die Neubewertung syrischer Fälle nach dem Sturz von Diktator Baschar al-Assad im Dezember 2024 wider.
Im ersten Halbjahr 2026 überprüften die Behörden 8.320 syrische Schutzfälle und entzogen in 23,2 % den Status. Im Vorjahr lag dieser Anteil bei lediglich 3,7 %, im Jahr 2024 bei 3,1 %. In den meisten Fällen geht es um den Entzug des formellen Flüchtlingsstatus oder des subsidiären Schutzes.
Syrer, die ihren Schutzstatus verlieren, werden nicht automatisch abgeschoben. Sie können weiterhin eine Aufenthaltserlaubnis — etwa durch Arbeit — erhalten oder potenziell die deutsche Staatsbürgerschaft erlangen. Selbst ohne formellen Status bleiben Abschiebungen nach Syrien schwierig, da sie die Kooperation der syrischen Behörden erfordern. Deutschland nahm nach Assads Sturz die Abschiebungen nach Syrien wieder auf — zum ersten Mal seit Ausbruch des Bürgerkriegs 2011 —, doch sie sind weiterhin selten.
Die Zahlen fallen in eine laufende Migrationsdebatte. Bundeskanzler Friedrich Merz hatte Anfang des Jahres erklärt, rund 80 % der in Deutschland lebenden Syrer könnten innerhalb von drei Jahren zurückkehren — ein Vorstoß, der auf breite Kritik stieß. Ende 2023 lebten rund 973.000 Syrer in Deutschland, davon etwa 700.000 mit Flüchtlingsstatus oder subsidiärem Schutz.
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