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Extreme Dürre 2026: Wie können wir unsere Stadtbäume retten?

📅 Aug 16, 2026⏱ 2 Min. Lesezeit💬 0 Kommentare

Wer in diesem Sommer durch deutsche Städte spaziert, erlebt ein Bild wie im Herbst: Trockenes Laub raschelt unter den Schuhen, Baumkronen sind gelb verfärbt oder bereits kahl — mitten im August. Das ist mehr als ein ästhetisches Problem. Stadtbäume kühlen ihre Umgebung durch Schatten und Transpiration aktiv ab. Sterben sie, werden Städte noch heißer.

Warum Stadtbäume besonders leiden

Bei Hitze schließen Bäume die Spaltöffnungen ihrer Blätter, um Wasser zu sparen. Das drosselt aber gleichzeitig die Photosynthese und Nährstoffaufnahme. In Deutschland herrscht 2026 selbst in tieferen Bodenschichten extreme Trockenheit, und versiegelter Boden lässt kaum Regen zu den Wurzeln durch.

Bäume als natürliche Klimaanlagen

In einer Baumkrone ist es bis zu drei Grad Celsius kühler als in der Umgebung, die gefühlte Temperatur im Schatten ist sogar 10 bis 12 Grad niedriger als in der prallen Sonne. Das sagt Dr. Matthias Beyer, Ökohydrologe am Institut für Geoökologie der TU Braunschweig. Baumalleen wirken seiner Einschätzung nach als echte Kühlkorridore im Stadtbild.

Junge Bäume brauchen sofortige Hilfe

Besonders gefährdet sind Bäume, die jünger als elf Jahre sind und einen Stammdurchmesser von unter 25 Zentimetern haben. Das Minimum liegt bei 10 bis 15 Litern pro Tag; besser ist eine größere Menge zwei bis dreimal pro Woche, damit das Wasser tiefere Bodenschichten erreicht.

Ausgewachsene Bäume: zu groß für den Eimer

Ausgewachsene Stadtbäume benötigen 200 bis 400 Liter pro Woche — ein Eimer Wasser direkt am Stamm bringt kaum etwas. Dennoch appelliert Forstwissenschaftler Prof. Jürgen Bauhus von der Universität Freiburg, es zu versuchen. Selbst eine Teilversorgung wirkt als Nothilfe, während Kommunen mit klammen Kassen nur neu angepflanzte Bäume betreuen können.

So gießt man richtig

Seltenes, tiefes Gießen ist besser als tägliches Oberflächenwässern. Eine Gießmulde um den Baum hilft, das Wasser zu halten. Auf extrem hartem Boden empfehlen sich langsam tropfende Bewässerungsbeutel, die etwas abseits vom Stamm befestigt werden. Wer Regenwasser in einer Tonne aufgefangen hat, kann damit jungen Bäumen in der Nachbarschaft wirksam helfen.

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