Russland hat die Schließung aller drei Goethe-Institut-Standorte in Moskau, Sankt Petersburg und Nowosibirsk angekündigt. Außenminister Sergej Lawrow bezeichnete den Schritt als direkte Reaktion auf die Entscheidung Deutschlands, das Russische Haus in Deutschland zu schließen.
Die Bundesregierung kündigt den Vertrag mit dem Russischen Haus als Strafmaßnahme, nachdem sie Russland für den versuchten Drohnenangriff am Flughafen Leipzig/Halle verantwortlich macht. Das 1992 in Russland eröffnete Goethe-Institut arbeitete zuletzt unter erheblichen Einschränkungen: 2023 forderte Moskau eine Reduzierung des Personals von 200 auf nur 15 Mitarbeitende, der Kulturaustausch fand ausschließlich digital statt.
Institut-Präsidentin Gesche Joost sprach vom „Ende einer Ära der deutsch-russischen Kulturbeziehungen". Sie betonte, das Institut habe beide Gesellschaften durch Sprache und Kultur verbunden. Trotz aller Beschränkungen belegten zuletzt noch 10.000 Menschen in Russland Deutschkurse. Außenminister Johann Wadephul bedauerte die Ankündigung und unterstrich die Bedeutung des Kulturaustauschs für die zivilgesellschaftliche Verbindung zwischen den Ländern.
In den vergangenen Jahren hat Russland zahlreiche ausländische Stiftungen und Organisationen zu „unerwünschten" Einrichtungen erklärt und ihre Arbeit verboten. Das Goethe-Institut war eine der wenigen deutschen Institutionen, die bislang noch tätig waren. Der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrats, Olaf Zimmermann, nannte es eines der „letzten Pflänzchen des Austauschs" und bedauerte, dass die Kultur in den politischen Konflikt hineingezogen wurde.
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