Die UN-Generalversammlung hat eine Resolution verabschiedet, die Länder und internationale Organisationen auffordert, sich von der jahrhundertealten Mercator-Projektion zu lösen und auf flächentreue Alternativen umzusteigen, insbesondere die Equal-Earth-Projektion. Die Abstimmung, von Togo eingebracht und von 164 Ländern unterstützt, ist nicht bindend, hat aber erhebliche politische Symbolkraft.
Die Mercator-Projektion wurde für die Navigation entwickelt: Sie bewahrt Kompasskurse und Formen korrekt, verzerrt aber die relativen Größen der Landmassen erheblich. Bekanntestes Beispiel: Auf einer Mercator-Karte erscheint Grönland etwa so groß wie der gesamte afrikanische Kontinent. Tatsächlich ist Afrika rund 14-mal größer als Grönland.
«Karten prägen unser Verständnis der Welt — sie sind niemals neutral», sagte der togolesische Außenminister Robert Dussey. Die USA stimmten dagegen und bezeichneten das Projekt als «ideologisch». Die Resolution empfiehlt Equal-Earth-Karten überall dort, wo es auf Flächentreue ankommt — besonders im Bildungsbereich.
Wir verwenden Cookies, um Ihre Erfahrung zu verbessern. Datenschutzrichtlinie