
Zhu Rongji, der Kader der Kommunistischen Partei Chinas, der von 1998 bis 2003 als Ministerpräsident der Volksrepublik China amtierte, ist im Alter von 97 Jahren gestorben. Seine fünfjährige Amtszeit legte den Grundstein für Chinas Aufstieg zur zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt.
Zhus Amtszeit war geprägt von einem schwindelerregenden Reformtempo: Privatisierung des staatlichen Wohnungswesens, Restrukturierung der Staatsbetriebe, Reform des Regierungsapparats sowie des Bank- und Finanzsektors. Sein größter diplomatischer Erfolg war der WTO-Beitritt Chinas im Jahr 2001. Bekannt für seine Ungeduld und Direktheit, hatte er keine Zeit für leere Phrasen.
In den 1950er-Jahren wurde Zhu unter Mao Zedong ins ländliche Exil geschickt, weil er Maos Wirtschaftspolitik kritisiert hatte. Der frühere US-Außenminister Henry Kissinger und Bundeskanzler Helmut Kohl schrieben 2015 gemeinsam ein Vorwort zu seinem Buch. Sein Tod markiert das Ende einer Ära kühner wirtschaftlicher Experimente.
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