🗞🔖👤

Niederländisches Gericht verurteilt Mann zu lebenslanger Haft für Völkermord in Ruanda

📅 Aug 28, 2026⏱ 2 Min. Lesezeit💬 0 Kommentare

Ein niederländisches Gericht in Den Haag hat einen 66-Jährigen zu lebenslanger Haft verurteilt, nachdem es ihn der Kriegsverbrechen und des Verbrechens des Völkermords schuldig befunden hatte — wegen seiner Beteiligung am Völkermord in Ruanda 1994, bei dem in nur 100 Tagen schätzungsweise 800.000 Menschen — überwiegend ethnische Tutsi — getötet wurden.

Das Gericht befand den Angeklagten schuldig, aktiv an Tötungen und anderen Gräueltaten während des Völkermords beteiligt gewesen zu sein. Der Prozess wurde in den Niederlanden auf der Grundlage des Prinzips der universellen Gerichtsbarkeit geführt, das es Gerichten ermöglicht, Verbrechen gegen die Menschlichkeit unabhängig vom Tatort zu verfolgen.

Die Staatsanwaltschaft argumentierte, der Angeklagte sei ein lokaler Milizenführer gewesen, der in seiner Heimatregion in Ruanda persönlich Tötungen organisiert und durchgeführt habe. Er hatte jahrelang in den Niederlanden gelebt, bevor er identifiziert und verhaftet wurde.

Das Urteil wurde von Überlebenden-Organisationen und ruandischen Behörden begrüßt, die seit Langem für die Strafverfolgung der Täter kämpfen, die nach dem Völkermord ins Ausland geflohen sind. Die ruandische Regierung zeigte sich mit dem Urteil zufrieden.

Der Völkermord von 1994 bleibt eines der dunkelsten Kapitel der modernen Geschichte. Die Massaker wurden hauptsächlich von Hutu-Extremisten gegen die Tutsi-Minderheit sowie gegen gemäßigte Hutu verübt — in einem Zeitraum von rund 100 Tagen zwischen April und Juli 1994.

Mehrere Länder, darunter Belgien, Frankreich, Kanada und Deutschland, haben ruandische Völkermordverdächtige, die auf ihrem Gebiet lebten, strafrechtlich verfolgt. Die Niederlande sind in den letzten Jahren in solchen Strafverfolgungen zunehmend aktiv geworden.

Quelle: BBC News
Diskussion 0

Wir verwenden Cookies, um Ihre Erfahrung zu verbessern. Datenschutzrichtlinie