
Iran verabschiedete sich am Donnerstag in einem Staatsbegräbnis von Obersten Führer Ajatollah Ali Chamenei. Er war eine der bedeutendsten und umstrittensten Persönlichkeiten in der Geschichte der Islamischen Republik und hat den theokratischen Staat über drei Jahrzehnte lang geführt.
Die Zeremonie war sorgfältig inszeniert, um nationale Einheit zu demonstrieren. Das Staatsfernsehen zeigte riesige Menschenmassen in Schwarz, die religiöse Parolen riefen.
Unter der orchestrierten Trauer ist Iran tief gespalten. Jahrzehntelange Repression, wirtschaftlicher Absturz unter Sanktionen und offene Konfrontation mit den USA haben die Gesellschaft zerrissen. Millionen, besonders Jüngere und Frauen, betrachten Chamenei als Architekten dieser Unterdrückung.
Der Expertenrat muss nun einen neuen Obersten Führer bestimmen. Kandidaten sind Ali Laridschani, pragmatischer Ex-Parlamentspräsident, sowie Modjtaba Chamenei, Sohn des verstorbenen Führers — was einer dynastischen Machtübertragung gleichkäme. Das Erbe Chameneis umfasst ein fortgeschrittenes Nuklearprogramm sowie ein Netz bewaffneter Proxys im Nahen Osten.
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