Die Kraftstoffpreise in Deutschland belasten Autofahrer immer stärker. Am 15. September kostete E10 in Berlin am Vormittag rund 2,25 Euro pro Liter und stieg um die Mittagszeit um etwa 20 Cent. An einer Autobahntankstelle in Süd-Berlin erreichte Super Plus 3,03 Euro. Laut Statistischem Bundesamt bezahlten Autofahrer am 7. September für einen 60-Liter-Tank E10 in Tschechien und Polen rund 31 Euro weniger als in Deutschland, in Luxemburg 28 Euro und in Österreich 25 Euro weniger.
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) erklärte bei einer Veranstaltung des Außenhandelsverbands BGA: "Für viele Menschen ist eine Belastungsgrenze erreicht. Ich bin der Meinung, dass wir handeln müssen." Konkrete Maßnahmen seien noch nicht festgelegt, ein Vorschlag werde aber "sehr bald" kommen. Regierungssprecher Steffen Meyer wies Verantwortung der Bundesregierung zurück und verwies auf globale Marktentwicklungen, den Nahen Osten und Blockaden von Seewegen.
Von Mai bis Ende Juni 2026 hatte die Bundesregierung die Energiesteuer vorübergehend gesenkt — eine Entlastung von rund 17 Cent pro Liter. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) schloss eine Wiederholung aus. Die Union erwägt Steuerentlastungen für Berufspendler oder Direktzahlungen an Geringverdiener. Die SPD fordert einen staatlichen Spritpreisdeckel und eine Übergewinnsteuer für Energiekonzerne. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) unterstützt die Übergewinnsteuer, will aber zusätzlich Steuern und Abgaben senken.
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