Die Alternative für Deutschland (AfD) führt laut einer ARD-Umfrage rund eine Woche vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt im September 2026 mit 42 Prozent. Sollte das Ergebnis Bestand haben, wäre es ein historischer Moment: Zum ersten Mal in der deutschen Nachkriegsgeschichte könnte eine Partei, die vom Landesverfassungsschutz als „gesichert rechtsextrem" eingestuft wird, eine Landesregierung übernehmen.
Sachsen-Anhalt ist ein Bundesland mit rund 2,1 Millionen Einwohnern und den Städten Magdeburg und Halle. Die CDU hat das Land seit der Wiedervereinigung 1990 überwiegend regiert. Der aktuelle CDU-Kandidat für das Amt des Ministerpräsidenten ist Sven Schulze, der Nachfolger von Reiner Haseloff. Die CDU liegt abgeschlagen bei 22 Prozent. Weitere Parteien: Die Linke 11 Prozent, SPD 8 Prozent, Grüne genau 6 Prozent.
Reiner Haseloff, der im Januar 2026 nach 15 Jahren sein Amt aufgab, hatte dem Spiegel im Sommer 2025 angekündigt, Sachsen-Anhalt verlassen zu wollen, falls die AfD an die Macht kommt. Er zog Parallelen zwischen der Stimmung im Magdeburger Landtag und der Endphase der Weimarer Republik, verglich die Atmosphäre mit Szenen im Reichstag und dem Berliner Sportpalast, wo NS-Propagandaminister Goebbels 1943 den „totalen Krieg" ausgerufen hatte.
Sachsen-Anhalt ist strukturschwach und ländlich geprägt, die Arbeitslosigkeit liegt über dem Bundesdurchschnitt. Das Chemiedreieck um Leuna und Bitterfeld sichert rund 10.000 Arbeitsplätze. Der Süden des Landes befindet sich im Strukturwandel nach dem Kohleausstieg. Die Region ist für ihr kulturelles Erbe bekannt — Lutherstätten in Wittenberg und Eisleben sowie die Bauhausschule in Dessau.
Wir verwenden Cookies, um Ihre Erfahrung zu verbessern. Datenschutzrichtlinie