
Sachsen-Anhalt wählt am 6. September seinen Landtag — eine Wahl, auf die Deutschland und die internationale Öffentlichkeit gespannt schauen. Erstmals besteht die realistische Möglichkeit, dass die AfD, die vom Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuft ist, eine Landesregierung übernimmt. AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund führt alle Umfragen mit großem Abstand an.
Mit 47 Jahren ist Sven Schulze der jüngste der 16 deutschen Ministerpräsidenten. Er übernahm das Amt erst Ende Januar, als Reiner Haseloff nach fast 15 Jahren abtrat, um Schulzes Wahlchancen zu verbessern. Die CDU kommt in Umfragen auf maximal 26%, die AfD auf über 40%. Schulze tingelte durch das Land, teils mit dem Fahrrad. Seine Kernbotschaft: Er trage die Themen Sachsen-Anhalts nach Berlin, nicht umgekehrt.
Schulze setzt darauf, dass die AfD keine absolute Mehrheit der Sitze erzielt und keinen Koalitionspartner findet — alle anderen Parteien schließen eine Zusammenarbeit mit ihr aus. Eine erstmalige AfD-Landesregierung wäre ein Einschnitt in der deutschen Nachkriegspolitik und dürfte den Druck auf Bundeskanzler Friedrich Merz weiter erhöhen.
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