Belgien kämpft gegen den schwersten Waldbrand seiner Geschichte: Rund 2.700 Hektar des Naturschutzgebiets Hohes Venn im Osten des Landes, nahe der deutschen Grenze, sind bereits abgebrannt. Das Feuer, das am Freitag ausgebrochen war, hat sich bis auf etwa 3 Kilometer an deutsches Gebiet herangefressen und grenzüberschreitende Warnungen sowie Notevakuierungen ausgelöst.
Die Behörden ordneten für rund 600 Bewohner in Teilen der Gemeinden Waimes, Sourbrodt und Buetgenbach die Evakuierung an, da wechselnde Winde und dicker Rauch befürchten ließen, das Feuer könnte Wohngebiete erreichen. Auch Touristen wurden aufgefordert, die Region zu verlassen. Die EU aktivierte den Katastrophenschutzmechanismus und schickte drei Hubschrauber sowie zwei Löschflugzeuge aus Tschechien, Schweden und den Niederlanden. Feuerwehrkräfte aus Deutschland und Luxemburg unterstützten die Löscharbeiten.
In der nur 2 Kilometer von der Grenze entfernten deutschen Gemeinde Monschau im Eifelkreis wurden die Bewohner dreier Ortsteile wegen Rauchgefahr aufgefordert, vorübergehend anderswo Unterkunft zu suchen. Einsatzleiter Philipp Krüger sagte der dpa, dass das Feuer in absehbarer Zeit nicht auf deutsches Gebiet übergreifen werde.
Belgien leidet dieser Woche unter extremer Hitze mit Temperaturen bis zu 37 Grad Celsius. Innenminister Bernard Quintin zeigte sich „schockiert” über die Geschwindigkeit und das Ausmaß des Brandes. EU-Kommissarin Hadja Lahbib bezeichnete den Brand als weiteres Zeichen des „Klima-Aufstands” auf dem Kontinent und betonte, dass die Waldbrandsaison noch nie so früh begonnen und solch nördliche Breiten erreicht habe.
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